Review: Beautiful Katamari (Xbox360)
Freitag, 19. Oktober 2007, geschrieben von KGenjuro
Der Prinz aller Sterne ist zurück. Sein Vater, der König des ganzen Kosmos auch. Seine neue Leidenschaft? Tennis! Dumm nur, dass der Royal den Ball derart ins All schmetterte, dass sich ein alles verschlingendes Schwarzes Loch bildete. Was also tun? Klar, der Prince of All Stars zieht los und tut das, was er am besten kann: Katamaris rollen. Erstmals auf der Xbox360 und damit in HD.
Was ein Katamari ist? Das ist schnell erklärt. Euer Charakter, der Prince oder einer seiner zahlreichen Cousins, rollen einen kleinen Ball vor sich her, an dem alles kleben bleibt, das kleiner ist als die Kugel selbst. Mit jedem Objekt wächst der Ball und so könnt ihr im Verlauf eines Levels immer größere Objekte aufsammeln und endlos groß werden.
In einem angesetzten Zeitlimit gilt es also in den dreizehn verschiedenen Welten, Katamaris zu einer bestimmten Größe heranzurollen. Gegen Ende des finalen Level müsst ihr dann eure gesammelten Werke selbst zu einem gewaltigen Katamari rollen, um das anfangs erwähnte Schwarze Loch ein für allemal zu stopfen und das Universum vor dem Untergang zu retten. Das ganze natürlich untermalt mit teilweise recht skurrilem J-Pop Soundtrack, der entgegen ersten Ankündigungen nicht komplett neu ist, sondern teilweise aus bekannten Songs der alten Teile besteht.
Während man sich bei Beautiful Katamari darüber streiten kann, ob es einen Unterschied macht, die zweckmäßig minimalistische Grafik in HD darzustellen oder nicht, erfreuen wir uns an den weitläufigen Welten, in denen wir erstmals ohne Ladeunterbrechung von 1 Meter bis zu über 1.500.000 Kilometern heranwachsen können. Ein Genuss und der wohl gewaltigste Unterschied zu den Vorgängern auf Playsation 2 und der PSP. Interessanterweise kämpft das Spiel dabei zum ersten Mal auch fast ununterbrochen gegen einen Einbruch der Bildrate an. Ein Kampf, den das Spiel das ein oder andere mal verliert.
Neben den durchaus störenden Ladezeiten des zweiten Teils, hat sich das Team um Beautiful Katamari auch andere Kritikpunkte der Vorgänger zu Herzen genommen. Man hat sich wieder mehr am ersten Teil orientiert und frustrierende Experimente, wie etwa die Kuh-, Bären- oder das Lagerfeuerlevel im zweiten Teil sind nur noch in einer eher abgeschwächten Form zu finden. Zum Beispiel dann, wenn man versuchen muss, seinen Katamari mit heißen Gegenständen auf 10000 Grad anzuheizen. Kalte Objekte sind hierbei natürlich zu umgehen.
Auch die Auswertung der Level ist vereinfacht worden. Anstelle euch die Wahl zu überlassen, ob aus einem fertigen Katamari ein vollwertiger Stern oder bloß schmückender Sternenstaub werden soll, wird euch einfach sofort die Platzierung eures Planeten im Vergleich zu vorangegangen Exemplaren aufgezeigt. Eine Topplatzierung wird dann automatisch zum repräsentativem Stern im Sonnensystem gekürt. Erspielt ihr gar mindestens 100 von 120 möglichen Punkten für einen Katamari, werdet ihr für das entsprechende Level mit dem beliebten Eternalmodus belohnt. Hier könnt ihr das Level ohne Zeitlimit nach Herzenslust erforschen. Ein Fest für Sammler, die ihre Objekt-Kollektion vervollständigen wollen.
Nur der ewig quatschende König versperrt euch immer noch regelmäßig die Sicht auf den Spielverlauf. Seine mitten auf dem Bildschirm positionierten Textpassagen kann man zwar durch Druck auf die A-Taste unterbrechen, allerdings reicht das manchmal schon aus, einen aus dem Spielrhythmus zu bringen. Vor allem dann, wenn die Uhr mal wieder tickt.
Apropos Uhr ticken. Nach wie vor habt ihr die Wahl, ein Level im normalen Modus oder in einer speziellen Timeattack zu spielen. Wählt ihr letztere, wird euch nach Beendigung der Runde gleich die persönliche Online-Platzierung mitgeteilt. Das wirkt sich extrem motivierend aus. Neben einem Online-Versus Modus, habt ihr auch die Möglichkeit, lokal im Splitscreen gegeneinander oder in einem etwas gewöhnungsbedürftigen Koop-Modus miteinander zu zocken. Beautiful Katamaris Stärken liegen aber eindeutig im Singleplayer.
Wer die lediglich dreizehn Level moniert, der darf sich im Xbox Live Marktplatz austoben und kauft sich neue Aufgaben hinzu. Vorausgesetzt, ihr seid in der richtigen Region wohnhaft. Von Europa aus kann man sich derzeit noch keinen Content herunterladen. Wir müssen trotz Importversion tapfer weiter auf einen Europarelease hoffen, um alle Erfolge und die damit verbundenen 1250 Spielpunkte zu erlangen. Dafür darf man sich aber an einem rundum gelungenen Spiel erfreuen, dessen gleichermaßen spaßiges, interessantestes und skurriles Spielprinzip endlich auch für die neue Hardwaregeneration verfügbar ist.
Gemütliche Naturen freuen sich auf das Uranus Bonuslevel, in dem man vom kleinsten Objekt bis hin zum gesamten Sonnensystem alles ohne Zeitdruck aufrollen darf. Ein Höhepunkt der Katamarigeschichte.
- Menü und Levelauswahl findet in diesem Hub statt
- Hier ist unser Katamari noch ganz klein ...
- ... und hier bereits etwas größer
Tags: Katamari, Spielkritik, Videospiel




