Review: Meccha! Taiko no Tatsujin DS

 Freitag, 09. Mai 2008, geschrieben von KGenjuro

Die kalte Welt der Videospiele und der mit ihr einhergehenden, zwanghafte Tötungstrieb digitaler Pixelwesen, ist düster, dunkel und grau. Aber es gibt sie, die kleinen grünen Flecken. Unscheinbare Plätze, auf denen man sich trifft, um gemeinsam und gewaltfrei Spaß am Videospiel zu zelebrieren. Und das kann schon einmal so zuckersüß sein, dass einem die Backzähne weh tun. Taito No Tatsujin ist so ein Fall. Und obwohl ich die Serie bisher nur auf Handhelden gespeilt habe, zähle ich sie zu meinen Lieblingen. Ungeachtet derer, die einen beim Anblick der Spiele für total durchgeknallt, für geistig zurückgeblieben oder für beides halten.

Worum gehts? In den asiatischen Spielhallen wurde die Taiko Serie vor allem dadurch bekannt, dass die Automaten mit zwei gewaltigen Taiko Tormmeln ausgestattet sind. Mit jeweils zwei Stöcken, den Bachi, schlägt der Spieler, möglichst im Takt und je nach Note auf dem Bildschirm, auf die Mitte (Don) oder den Rand (Kai) der Taiko. Und das ganze zu einem Pool aus Liedern, deren Repertoire von japanischen Pop, über kitschige Volkslieder bis hin zu Klassik und vermeindlichen Evergreens reicht. Dabei schreckt die Serie auch nicht vor Hits wie etwa “Moskau” zurück. Von Japanern auf deutsch gesungen.

Letzteres dürft ihr im aktuell erschienenen zweiten Teil auf dem Nintendo DS, Meccha! Taiko no Tatsujin DS: 7-tsu no Shima no Daibouken, zwar nicht nachtrommeln, viele der Songs stehen dem aber in Nichts nach. Fünzig an der Zahl gilt es auf vier Schwierigkeitsgraden zu bestehen und im besten Fall zu meistern. Meistern, das bedeutet, einen Song ohne Fehler zu spielen. Belohnt wird dieses mit einer goldenen Krone über der entsprechenden Songauswahl. Gelingt einem das auf den ersten beiden Schwierigkeitsstufen, in diesem Fall Blume und Bambus, noch ohne größere Probleme, sieht das in den Stufen Baum und Oni (Dämon) bereits ganz anders aus.

Gespielt wird Taiko No Tatsujin auf dem Nintendo DS mit den Tasten, zwei Fingern oder einem zweiten Stylus. Von letzterem liegen dem Spiel zwei speziell gestaltete Minibachi bei, und die machen dann auch den eigentlichen Witz des Spiels aus. Zusammen mit dem hier vorgestellten Taiko No Tasujin DS Stand, macht es nämlich einen Heidenspaß, die virtuelle Trommel auf dem unteren DS Schirm zu bearbeiten. Und das muss es auch, denn neben der relativ authentischen Steuerung zeigt sich das zweite Taiko Abenteuer auf dem DS von einer technisch arg schwachen Seite. Man erwartet bei diesen Spielen keine grafische Referenz, aber nach den beiden, technisch einwandfreien Playstation Portable Teilen, lassen die skalierten, mit kantigen Konturen versehenen Sprites, die niedrige Bildrate, die grob gepixelten Effekte und die nicht wirklich optimale Soundqualität, der Nintendo DS Version arg zu wünschen übrig. Da scheint Bandai Namco mit echten Platzproblemen gekämpft zu haben. Und wenn ich mir die Auswahl der Lieder so anhöre, hätte ich im Nachhinein gerne ein, zwei Kinderleider gegen eine flüssige Bildrate getauscht.

Genau wie auf der PSP empfiehlt es sich das Spiel nur über Kopfhörer und auf gar keinen Fall über die eingebauten, knarzenden Lautsprecher zu spielen. Das Taiko no Tatsujin 2 trotz der angesprochenen Mängel nach einer gewissen Eingewöhnungszeit dennoch Spaß macht liegt einfach an der nach wie vor tollen Art des Spiels. Als zusätzliches Schmankerl darf der Spieler ausserdem noch die eigene Taikotrommel mit allerlei freizuspielendem Material personalisieren. Das macht einiges wieder wett und sorgt bei manchen Kleidungsstücken bereits kurz nach dem Hochfahren des Spiels für erste Schmunzler. Nur zum eigenen Vergnügen ist dieses Feature übrigens nicht gedacht. Einige Kleidungsstücke sind nämlich im optionalen Abenteuer Modus nötig, um bestimmte Wege zu passieren. Erklärt wird euch das natürlich nur auf japanisch. Der kurzweilige Modus stellt euch außerdem vor verzwickte Aufgaben, gewisse Lieder mit bestimmten Konditionen zu beenden oder lässt euch mit Endgegnern, inklusive Lebensleisten und fiesen Tricks, duellieren. Zur Belohnung winken hier weitere Kleidungsstücke und neue Lieder. Wer lieber in Gesellschaft trommelt, tut dies im ebenfalls vorhandenen lokalen Mehrspieler-Modus.

Als abschliessendes Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass Taiko No Tatsujin 2 auf dem Nintendo DS zwar schrecklich aussieht, dank der gut gelösten Steuerung, vor allem in Verbindung mit dem DS Ständer der Firma Hori, aber dennoch einen Mordsspaß macht und über lange Zeit zu fesseln weiß.

Meccha! Taiko no Tatsujin DS: 7-tsu no Shima no Daibouken ist Ende April in Japan für den Nintendo DS erschienen.

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2 Antworten zu “Review: Meccha! Taiko no Tatsujin DS”

  1. Katha sagt:

    cool, hast mein interesse an diesem spiel geweckt. wird wohl niemals in den usa bzw. deutschland veröffentlich werden oder?

    wo hast du denn das feine spiel gekauft und wie teuer war es, wenn ich fragen darf? :)

  2. KGenjuro sagt:

    Es wurde mir freundlicherweise aus Japan mitgebracht und war dementsprechend günstig. Play-Asia.com aber zum Beispiel bietet das Spiel für knapp 32 Euro an.

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